Auf einem Land

Vor unserer Zeit

Haus Neersdonk im Zeitraffer der Geschichte

Haus Neersdonk 47918 Tönisvorst
Tel.: 02156 – 7102
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1775-1797

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Anno 1775 Der Reichsgraf Johann Wilhelm von Efferen, ein Mann mit Adelsprädikat und sein Freyfräulein Maria Anna von Brackel erwarben beide Ländereien 1775.

Die Initialen der Windfeder des Westturmes [GE – AvB] „Graf von Efferen und Anna von Brackel“ zeugen hiervon und weisen auf die Restaurierungen in 1775 hin. Doch standen auch dem Freyfräulein, der Reichsgraf verstarb nur sechs Jahre später (1781), schwere Zeiten bevor.

   
Anno 1797 Die Wirren der franz. Revolution machten sich im Rheinland breit. Plünderungen, Einbrüche und andere Verbrechen wurden von organisierten Banden durchgeführt.

Einen dieser Anführer, dem heute noch im gesamten Rheinland als äußerst brutal bekannten Räuber und zweifachen Mörder Mathias Weber, genannt „Fetzer”, hatte Gräfin von Efferen nach dem frühen Tod seiner Eltern als Vollwaise auf Haus Neersdonk aufgenommen. Wohl aus schierer Dankbarkeit überfiel er in der Nacht vom 2. zum 3. Mai 1797 mit seiner durch ihn bestens instruierten Bande Haus Neersdonk.
© Hintergrundfoto Sebastian Röttges
Der Schlosskaplan Heinrich Funger, nahm mutig ein Gewehr zur Hand und eröffnete die Gegenwehr, wobei das Gesicht des „Nievenheimischen Pitter“ wohl zeitlebens gebrandmarkt wurde. Doch es nutzte nicht viel. Gräfin, Kaplan und das gesamte Personal wurden, nachdem die Schlosstür mit einem Baumstamm zertrümmert wurde, gefesselt und das Hab und Gut zum Abtransport bereitgestellt.

Der Abtransport scheitere aber zum Großteil daran, dass es dem 14jährigen Gärtnerlehrling Johann Baptist Schmitz gelang, die Nachbarschaft und das Dorf zu alarmieren. Beeindruckt und überrascht von der großen, nun auf sie zuströmenden Übermacht nahmen die Räuber Reißaus. Man verfolgte sie und konnte einige noch einfangen. Zwei von Ihnen fanden daraufhin auf Sylvester 1797 am Hülser Berg (Krefeld) den Tod am Galgen.

Ihr Anführer Mathias Weber (Fetzer) wurde wegen 191 Raubüberfällen und zwei Morden, an seine Ehefrau und einem holländischen Reiter, 1803 auf einem Schafott in Köln hingerichtet.

Die Gräfin von Efferen aber zeigte sich äußerst dankbar und schenkte jedem Nachbarn „unter der Hecke“ einen halben Morgen Waldparzelle, die teilweise heute noch im Besitz der Familien sind.

Doch die finanziellen Schwierigkeiten, die Haus Neersdonk seit dem Neubau des Schlosses zu tragen hatte, machten auch unter der Wirkung der von Efferen Neuverschuldungen unumgänglich, wie Urkunden belegen.

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